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Projekte 2017-11-25T20:07:59+00:00

Derzeitige Projekte

2016 und 2017 unterstützt Two Wings Projekte in Kolumbien und Papua Neuguinea

Fundaec

BILDUNG SCHAFFT EINEN NEUEN LEBENSRAUM

Ausbildungsprogramm hilft der Landbevölkerung Kolumbiens mit zielorientierten Unterrichtseinheiten

Kolumbien ist von hoher Kriminalität sowie Armut, Landflucht und Bildungsmangel gekennzeichnet. Bei der Entwicklung geeigneter Ausbildungsprogrammestieß man auf große Schwierigkeiten. 1974 erprobten Professoren und Studenten der Universität del Valle in Cali an einer Gruppe von 20 Jugendlichen eine andere Art der Wissensvermittlung. Die NGO Fundaec, Foundación para la Aplicación y Ensenanza de las Ciencias (Stiftung für die Anwendung und Lehre der Wissenschaften) wurde gegründet. Ziel war es, mit der Landbevölkerung eine für die örtlichen Gegebenheiten konzipierte Wissensvermittlung zu entwickeln, die den Menschen Fähigkeiten vermittelt, die es ihnen ermöglichen, in ihrer dörflichen oder städtischen Umgebung als „Promoter of Community Wellbeing“ eine Änderung zu bewirken.

Maßgeschneidertes Bildungsprogramm

Fundaec führt das Wissen der Einheimischen mit den Potenzialen moderner Wissenschaft und Bildung zusammen. Auf dieser Grundlage betreibt sie Forschung, bildet aus und fördert Projekte. Zu ihren Forschungs- und Handlungsfeldern zählen Landwirtschaft, Erziehung, Technik, Unternehmensgründung und Gemeindeentwicklung.

Vorzeige-Projekt

Fundaec wurde von Prof. Ernst Ulrich von Weizsäcker als eines der „besten pädagogischen Projekte“ gelobt und ist ein weltweites EXPO 2000 Projekt. Es basiert auf einem positiven Menschenbild. Grundvoraussetzung ist die Überzeugung, dass der Mensch selbst der Schlüssel für den Weg aus seiner Ausweglosigkeit ist. Die staatlich anerkannte Schulbildung umfasst drei Etappen. Der Abschluss der dritten Stufe ist dabei gleichrangig mit dem Abitur.

Lehren und Lernen ohne Hierarchien

Ein Netzwerk von rund 40.000 Studenten nimmt an
einem dezentralen Ausbildungssystem teil, das sie zum Aufbau von lokalen Projekten und Strukturen zur Verbesserung des Gemeindelebens befähigt. Besteht in einer Ortschaft der Bedarf nach einer Schulgruppe, so wird zunächst eine Person mit Abitur gewählt, welche bereit ist, eine Gruppe von 10 bis 25 Tutoren auszubilden. Diese Tutoren erhalten eine Schulung, unterrichten später und bilden dabei eine Lernatmosphäre ohne Hierarchien. Das Unterrichtsmaterial ist Fächer übergreifend. Die Schüler können während der Ausbildung in ihrer Heimatgemeinde bleiben und ihr Wissen bei der täglichen Arbeit verwerten. Um die Erfahrung der Dorfgemeinschaft in das Projekt zu integrieren, wurden Gruppenberatungen eingeführt.

Fundaec hat Zukunft

Auch Fundaec hat sich in über 30 Jahren entwickelt. Heute gibt es drei Zweige. Neben dem Schulprogramm entstand 1990 eine Universität mit einem sechsjährigen Studium. Als dritten Zweig hat Fundaec Agrarproduktionsstätten ins Leben gerufen. In speziellen Kursen lernt die Bevölkerung, einheimische Produkte weiterzuverarbeiten und auf dem Markt zu verkaufen.

BILDUNG FÜR DEN FORTSCHRITT UND DAS WOHLERGEHEN DER GEMEINDE

Ein Programm unterstützt die Entwicklung in Papua Neuguinea und auf den Solomon-Inseln

Die Rays of Light Stiftung wurde eingerichtet, um sich mit den Bildungsbedürfnissen junger Menschen in den dünn besiedelten, abgeschiedenen Regionen von Papua-Neuguinea und den Solomon Inseln zu befassen. Der Mangel an Schulplätzen für alle, die die Sekundarschule besuchen wollen, bedingt, dass viele Schüler des achten Jahrgangs keine Wahlmöglichkeit haben, ihre Ausbildung fortzusetzen. Das Fehlen von Oberschulen, unzureichende Geldmittel und schlechte schulische Leistungen können Schüler in ländlichen Gebieten daran hindern, ihre Ausbildung fortzusetzen. Diese Umstände schränken die Zukunft junger Menschen in ländlichen Gebieten ein und führen zu einem vorzeitigen Ende ihrer Ausbildung in einer so entscheidenden Phase in ihrer intellektuellen und geistigen Entwicklung.

Das Preparation for Social Action Program (PSA)wird in drei Studien-Ebenen eingeteilt. Diejenigen die das erste Stadium durchlaufen haben, erarbeiten sich die Bezeichnung „Förderer des Wohlergehens der Gemeinde“. Diese Qualifikation entspricht den ersten beiden Jahren der Sekundarschule, die in einigen Systemen sogar die letzte Phase der
Grundausbildung darstellt. Das Programm ist sowohl für diejenigen gedacht, die keinen Zugang zu irgendeiner anderen Form sekundärer Ausbildung haben, sowie für jene, die bereits eine höhere Ausbildung in einem anderen Kontext durchlaufen. Der hauptsächliche Beweggrund für die Einschreibung in das Programm sollte der Wunsch sein, eine wirkende Kraft in Bezug auf Veränderung zu werden. Es wird erwartet, dass nach Beendigung dieses Einstiegsstudienkurses die Teilnehmer ein starkes Vorsatzempfinden entwickelt haben werden, die Verantwortung für ihr eigenes intellektuelles und geistiges Wachstum zu übernehmen und zur positiven Veränderung der Gesellschaft beizutragen. Der Lehrplan des Preparation for Social Action Programm ist akademisch anspruchsvoll und vielen Beurteilungen zufolge mit den besten Programmen der Welt zu vergleichen. Was das PSA von den
meisten anderen Ausbildungsprogrammen unterscheidet, ist die Betonung sowohl auf intellektuelle, als auch moralische Ermächtigung. Durch einen Forschungs-Handlungs Lern-Ansatz wenden die Teilnehmer ihr neu erworbenes Wissen in den Bereichen des Dienstes an, die sich auf die Bedürfnisse ihrer Gemeinde beziehen und sind aktiv beteiligt an der individuellen und kollektiven Wandlung, arbeiten für den materiellen und geistigen Fortschritt der Gemeinde und werden zu wahren Protagonisten ihrer eigenen Entwicklung.

Dienst an der Gemeinde

ist ein zentrales Merkmal des PSA-Lehrplanes.Der Abschnitt des PSA-Programms „Förderer des Wohlergehens der Gemeinde“ enthält 26 Lerneinheiten. Anstatt Wissen in die traditionellen Themenbereiche einzuteilen, konzentriert sich das Programm auf die Vermittlung von unterschiedlichen Fertigkeiten, die relevante Elemente vom Gesamtwissen integrieren, um Ausbildungsmaterial bereitzustellen, das die Schüler darauf vorbereitet, für die Umgestaltung der heutigen Gesellschaft zu arbeiten. Aus praktischen Gründen werden die 26 Einheiten allgemein in fünf Bereiche – einschließlich Mathematik, Sprache, Wissenschaft, Technologie und Dienst an der Gemeinde – aufgeteilt; aber jede Einheit berücksichtigt Kenntnisse aus anderen Fächern, bindet relevante Konzepte, Informationen und Fertigkeiten ein, um Fähigkeiten in den Schülern heranzuziehen, die sie auf einem

Pfad des Dienstes

an der Gemeinde befähigen.Als Tutorenkurs wird das PSA-Programm in kleinen Gruppen in einem örtlichen Rahmen mit der Hilfe eines Tutors durchgeführt. Der Tutor ist ein ausgebildeter Lehrer, der mehr als die Schüler weiß. Dennoch ist der Lehrer auch ein Lernender. Tutoren führen durch die Lehrbücher, werfen Fragen auf und helfen dabei, Antworten zu finden, erklären Sachverhalte, ermutigen die Reflexion von praktischer Erfahrung und beaufsichtigen Experimente und soziales Handeln. Sie halten keine Vorträge oder schreiben etwas vor, sind jedoch auch nicht bloße Moderatoren von Gruppendiskussionen. Teilnehmer ziehen einen Nutzen daraus, „wahre Protagonisten“ ihrer eigenen Entwicklung zu sein und lernen aus ihrer eigenen Reflexion und dem Gespräch mit anderen. In den nächsten Jahren wird die Rays of Light Stiftung hunderte Schüler dabei unterstützen, das PSA-Programm zu durchlaufen und so mit Ausbildung Zukunft zu stiften. Das PSA Programm wurde von FUNDAEC, einer kolumbianischen Entwicklungsorganisation, entwickelt.
FUNDAEC blickt auf eine über 30-jährige Erfahrungin der der Ausbildung von jungen Menschen in dörflichen Umgebungen. Mehr als 30000 Jugendlichen wurde so ermöglicht, ihren Schulabschluss nachzuholen. Das von FUNDAEC entwickelte PSA-Programm wird nicht nur in Papua- Neuguinea und den Solomon-Inseln, sondern auch in Zambia, Kenya, Uganda und Cameroon bereits erfolgreich eingesetzt. Es wird dabei an die jeweiligen kulturellen und sozialen Gegebenheiten mit viel Fingerspitzengefühl angepasst.

Alle Projekte

Bildungsarbeit

BILDUNG STÄRKT DIE POSITION DER FRAUEN

Gründung von sozialen Projekten vor Ort – Lehrplan für nachhaltige Landwirtschaft

Umfassende Lösungsansätze

Das vorrangige Ziel des „Social Enterprise Programs“ ist es, die soziale und wirtschaftliche Entwicklung zu verbessern. Das SEP unterstützt Menschen in ihrer Anstrengung, soziale Projekte in ihren Orten zu gründen und schafft die Voraussetzungen dazu. In Workshops werden gemeinsam die Bedürfnisse und Probleme der Region analysiert und die Möglichkeiten diskutiert, diese zu lösen. Darüber hinaus werden Frauen in ihrer Bemühung, Alphabetisierungskurse anzubieten, unterstützt. Fragen der Problembewältigung und der effektiven Zusammenarbeit werden ebenso behandelt wie administrative Angelegenheiten, die für die Betreibung von sozialen Projekten notwendig sind. Zusätzlich werden wissenschaftliche und technische Fertigkeiten gelehrt und der Zugang zu technischem Know-how ermöglicht.

Rascher Fortschritt

Der relativ rasche Entwicklungsfortschritt in der Region kam durch den Umstand zustande, dass die Teilnehmer der neuen Projektgruppen ihr Wissen an ihre Umgebung weitergegeben haben und die Zusammenarbeit mit anderen Projektgruppen forciert wurde. Der rasche und vor allem sichtbare Fortschritt motivierte die Bevölkerung, ihren Wissenstand zu verbessern und neue Projektgruppen zu bilden.

Spezialisierung auf Teilbereiche

In weiterer Folge spezialisierte sich das SEP auf einige wenige Bereiche, die aber für eine große Gruppe der Bevölkerung von essentieller Bedeutung sind. Ein neues Projekt, das „Environmental Action Program“, wurde ins Leben gerufen. Hier gibt es zwei Teilnehmergruppen, die ländliche, vor allem weibliche Bevölkerung und diejenigen, die zu Ausbildnerinnen geschult werden. 168 Frauen nahmen an den Landwirtschaftskursen im letzten Jahr teil.

Guatemala

MIT AUSBILDUNG ZUKUNFT STIFTEN

Frauenforum schenkt den Frauen Guatemalas ein neues Leben – Aufklärung und Alphabetisierung
Zur Schule gegangen ist Maria Peréz Sales nie. Ihre Mutter starb, als sie sieben Jahre alt war und nachdem sie das einzige Mädchen unter fünf Geschwistern war, musste sie den Haushalt übernehmen. Sie kochte, putzte und wusch die Wäsche, während ihr Vater bei der Arbeit war und ihre vier Brüder in der Schule lernten oder spielten. „Einmal war das Abendessen noch nicht fertig, als mein Vater von der Arbeit kam“, erzählt sie. „Er würde so wütend, dass er mich mit dem Gürtel schlug, bis ich Striemen auf der Haut hatte.“ Das Mädchen zog nach dem Vorfall zu den Eltern ihrer Mutter.

Lebensweg scheint vorgegeben

Dort hatte Maria es zwar besser, die Großeltern waren gut zu ihr. Aber auch sie haben Maria nicht in die Schule geschickt. Sie musste stattdessendie Schafe hüten. Die beschauliche Zeit dauerte sechs Jahre, dann folgten die Rückkehr in den Haushalt ihres Vaters, eine frühe Ehe voller Gewalt und von kurzer Dauer, Bürgerkrieg, Folter und die Flucht nach Mexiko. Mit 19 Jahren kehrt Maria Peréz Sales in ihre Heimatgemeinde San Ildefonso Ixtahuacán zurück, heiratet und adoptiert zwei Kinder. Sie will endlich lesen, schreiben und rechnen lernen. Jahre vergehen, ohne diesem Ziel näher zu kommen. So kann das Leben eines einfachen Mädchens in Guatemala aussehen.

Jahrtausendwende brachte Frauenrechte

Der Bürgerkrieg endete formell mit der Unterzeichnung eines Friedensvertrages im Jahr 1996. Dieser Vertrag sieht vor, dass in Guatemala ein nationales Frauenforum gegründet wird, das für die Umsetzung aller frauenspezifischen Inhalte der Friedensverträge verantwortlich ist, etwa die Alphabetisierung von Frauen und die Stärkung ihrer politischen und gesellschaftlichen Rechte. Das Frauenforum ADIMH, Asociación de Desarrollo Integral de Mujeres Huehuetecas (Verein zur umfassenden Förderung der Frauen von Huehuetenango) vertritt die Dachorganisation „Foro de la Mujer“, in der sich alle Frauenorganisationen der Zivilgesellschaft versammeln, um für die wirtschaftlichen, kulturellen, politischen, sozialen und zivilen Rechte einzutreten.

Frauen lernen, sich einzusetzen

ADIMH hat Mitglieder in der ganzen Provinz Huehuetenango, denn der Verein hat in fast allen Gemeinden so genannte „coordinadoras municipales“ gegründet. Diese Frauenbüros dienen dem Dialog. Hier werden Vertreterinnen für den Gemeinderat gewählt. Sie lernen in Schulungen von ADIMH, wie sie die Anliegen der Frauen in politischen Institutionen erfolgreich durchsetzen könen, welche Gesetze es für Frauen gibt und welche Rechte allen Bürgerinnen und Bürgern von Guatemala zustehen. In jedem Gemeinderat Guatemalas ist per Gesetz ein Sitz für die Frauen reserviert. Dennoch ist es nicht immer leicht, dieses Recht durchzusetzen.

Gegenseitige Unterstützung

Wie schwierig es für Frauen war, eine eigene Gruppierung zu gründen und Anerkennung zu finden, erzählt Maria Felipa, eine Mitarbeiterin von ADIMH in der Gemeinde San Gaspar Ixchil: „Der Bürgermeister wollte – Gesetz hin oder her – von einer Teilnahme der Frauen an den politischen Entscheidungsprozessen in der Gemeinde nichts hören. Die Frauen hatten Angst, sich über die Meinung der Männer hinweg zu setzen. Durchsetzungsvermögen, Willensstärke und Hartnäckigkeit haben sich bewährt. Die Frauen haben sich in den Gruppen gegenseitig unterstützt und ermutigt und ihre Forderungen durchgesetzt. Heute gibt es eine Frauengruppe in San Gaspar Ixchil und auch eine Vertreterin im Gemeinderat.

Lesen und Schreiben als Basis

Was für die Frauen aber mindestens genauso wichtig ist wie eine politische Vertretung, ist die Fähigkeit, lesen, schreiben und rechnen zu können. 39 Prozent der Frauen sind Analphabetinnen. Das Projekt ADIMH bietet ein Alphabetisierungsprogramm an, denn Lesen und Schreiben sind wesentliche Voraussetzungen, um Arbeit zu erhalten. Manchmal findet der Unterricht in der Schule des jeweiligen Ortes statt, manchmal auch im Hinterhof eines Privathauses. Über Holzgerüste wird eine Plastikplane gespannt, um zumindest vor dem ärgsten Regen oder der glühenden Sonne geschützt zu sei. Maria Peréz Sales hat endlich ihren Wunsch realisiert: Sie hat im ADIMH-Schulungshaus in der Bezirkshauptstadt Huehuetenango den Anfängerkurs bereits abgeschlossen und bereitet sich für die nächste Stufe vor. Im politischen und gesellschaftlichen Leben ihrer Heimatgemeinde Sal Ildefonso Ixtahuacán spielt sie eine wichtige Rolle.

Neues Selbstbewusstsein hilft

Auch Felipa Carrillo hat bei ADIMH lesen, schreiben und rechnen gelernt. Die Schule haben sie und ihre Geschwister als Kinder schon nach einem Jahr abgebrochen, um für die Familie in einer Kaffeeplantage zu arbeiten. Auch heute ist ihr Leben nicht leicht. Die wirtschaftliche Situation in ihrer Heimatgemeinde Todo Santo Cuchumatan ist schwierig. Die Kaffeekrise hat die Umstände noch verschlimmert. Felipa Carrillo hat schon einige Kurse für Frauen besucht. Sie hat sich für eine weitere Alphabetisierungsgruppe stark gemacht und konnte auch in ihrem Dorf eine Neugründung bewirken.

Indien

DIE ARMUT DER ÄRMSTEN BEKÄMPFEN

Frauen in Indien noch immer stark benachteiligt – Grundwissen und Ausbildung als neue Basis

Die Kindersterblichkeit ist hoch, die ärztliche Versorgung und die hygienischen Verhältnisse sind katastrophal, kaum jemand kann lesen und schreiben: Der Madhya Pradesh Distrikt in Indien zählt zu den ärmsten Regionen Indiens. Insbesondere die Frauen – die Bhil und Bhilala – leiden darunter.

Unterernährung, mangelnde hygienische Bedingungen bei Geburten und Säuglingsbetreuung und fehlender Zugang zur Grundausbildung erschweren insbesondere die Lebensbedingungen von Frauen drastisch. Ein Viertel aller weiblichen Neugeborenen überlebt den 15. Geburtstag nicht. Frauen haben einen niedrigen Status in ihren Familien, sie besuchen oft keine Schulen und werden außerdem meist nicht bezahlt.

Wissen wird an Kinder weitergegeben

Das „Barli Development Institute for Rural Women“ wurde 1985 in der Millionenstadt Indore in Zentralindien gegründet. Zentrales Interesse war es, die Bedürfnisse der am meisten benachteiligten Bevölkerungsschicht anzusprechen. Durch die Weiterbildung der Frau wird gewährleistet, dass das erlernte Wissen an die Kinder und an das weitere familiäre Umfeld weitergegeben
wird. Das Barli-Entwicklungsinstitut folgt hierbei der Maxime „Hilfe zur Selbsthilfe“. Angesetzt wird bei den Bedürfnissen der Betroffenen. In einem sechsmonatigen kostenlosen Aufenthalt lernen die Mädchen und Frauen Lesen und Schreiben, Hygiene- und Gesundheitsvorsorge, landwirtschaftlichen Anbau sowie ein Handwerk. Dabei legt Barli besonderen Wert darauf, dass das Handwerk Abnehmer im lokalen Markt finden kann. Dabei hat sich herauskristallisiert, dass das Batiken und Schneidern nicht nur für einzelne Frauen, sondern für die Versorgung ganzer Familien in Madhya Pradesh eine gute Einnahmequelle darstellt.

Neue Prinzipien geben Selbstwertgefühl

Mit der Vermittlung von Prinzipien wie Gleichwertigkeit von Mann und Frau wird den Mädchen und Frauen zu mehr Selbstbewusstsein verholfen. Jedes Jahr bildet das Barli Institut rund 170 Mädchen und Frauen aus. Nach Abschluss des Programms können nahezu alle lesen und schreiben, verwenden
abgekochtes Trinkwasser und verdienen ihr eigenes Geld. Der Organisation wird von der Bevölkerung großes Vertrauen entgegengebracht.

Erneuerbare Energien im Haushalt

Brennholz ist in der Region eine Mangelware. Da meist im Haus gekocht wird, kommt es zu Lungenkrankheiten und Augenleiden. Deshalb setzt das Barli Institut Solarkochgeräte ein. Diese Geräte setzen sich auch in den Haushalten ehemaliger Barli-Teilnehmerinnen durch.

Neue Trainerinnen

Viele der ehemaligen Schülerinnen lassen sich zur Trainerin ausbilden. So können sie ihr Leben neu gestalten. Zu den größten Ehrungen, die der Einrichtung zuteil wurden, gehört der 1992 von den United Nations verliehene „Global 500 Award“ sowie die Auflistung als eines der 81 erfolgreichsten Grundausbildungsprojekte der INNOV-Datenbank der UNESCO.

indonesien

BILDUNG SCHON IM KLEINKIND-ALTER SINNVOLL

Indonesiens Kinder haben einen schlechten Zugang zur Bildung – Einjähriger Lehrgang für jugendliche Vorschullehrer

Indonesien ist mit seinen 210 Millionen Einwohnern auf Rang vier der bevölkerungsreichsten Länder. Die ländlichen Gebiete wie die Mentawei Inseln und Nord Sumatra zählen dabei zu den ärmsten: Kein Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Anlagen kennzeichnen die ländlichen Gebiete. Auch Schulen sind kaum erreichbar.

Schulbesuch unter schwierigsten Bedingungen

Mentawei ist äußerst schwierig zu erreichen. In der Regenzeit sind die Straßen nicht passierbar und der Wellengang für eine Überfahrt per Boot zu gefährlich. Viele Kinder und Jugendliche leiden in Mentawei an Malaria, Cholera, Hauterkrankungen und Thyphus. In den meisten Regionen von Mentawei gibt es, wenn überhaupt, nur eine Grundschule. Viele dieser
Schulen sind aufgrund chronischen Lehrermangels einige Monate im Jahr gänzlich geschlossen. Zusätzlich sind die Schulwege für Kinder einfach zu lang und gefährlich. Eine Studie hat ergeben, dass die Wahrscheinlichkeit des Schulbesuchs mit jedem weiteren Kilometer um 2,5 Prozent sinkt.

Förderung schon für Kleinkinder

Auf den Weiterbildungskonferenzen im Jahre 1990 im thailändischen Jomtien und ein Jahrzehnt später in Dakar, Senegal, wurde zunehmend deutlich, dass die Entwicklungsförderung bereits bei Kleinkindern ansetzen sollte. Auch die Organisation „Bhinneka Tunggal Ika“ ist dieser Auffassung. Ziel ist es, mit ihrem „Empowerment of Youth in Child Education Program“ in einem einjährigen Lehrgang Jugendliche auszubilden, die in der Folge als Vorschullehrer arbeiten.

Elementare Grundbildung

Zielgruppe sind hier Kinder und Jugendliche im Alter von 4 – 12 Jahren, denen eine elementare Grundbildung im Lesen, Schreiben und Rechnen gegeben werden soll. Darüber hinaus nehmen sie an Hygiene und Gesundheitsvorsorgekursen teil. Den Kindern und Jugendlichen werden auch Werte wie Gleichberechtigung von Mann und Frau, das vorurteilslose Begegnen von Menschen verschiedener Ethnien, Religionen und sozialen Schichten vermittelt.

Einige Tausend Kinder erreicht

Im Oktober 2000 wurden die ersten vier Ausbildungszentren aufgebaut, weitere vier konnten im Oktober 2001 fertiggestellt werden. Einige tausend Kinder und Jugendliche haben bereits an Programmen in den Ausbildungzentren von Bhinneka Tunggal Ika teilgenommen.

 Aladins Wunderlampe

HILFE FÜR KREBSKRANKE KINDER IN BASRA

Aladins Wunderlampe“ ist ein Hilfsprojekt das sich vor allem krebskranke Kinder in Basra im Südirak widmet. Jahrelang sind diese Kinder einen unspektakulären, stillen und qualvollen Tod gestorben. Überleben konnte keines der Kinder, während in Mitteleuropa bis zu 90% der leukämiekranken Kinder geheilt werden können. Im Jahr 1990 erkrankten fünfzehn Kinder der Region Basra an Leukämie, im Jahr 2002 waren es 192 Kinder. Die medizinische Projektleitung erfolgt durch Dr. Eva-Maria Hobiger, Fachärztin für Strahlentherapie, die im Jahre 2002 mit dem Two Wings Award ausgezeichnet wurde.

Kinderkrebsstation Ibn Ghazwan

Die Unterstützung der Kinderkrebsstation des Ibn Ghazwan Mutter-Kind-Spitals in Basra ist durch das Projekt „Aladins Wunderlampe“ möglich. Der Ausbau der Kinderstation erfolgte und die Sicherung der Medikamentenversorgung wurde gewährleistet. Die Sterblichkeitsrate der Kinder, die an Leukämie erkrankt waren, konnte innerhalb eines Jahres von 100% auf 40% gesenkt werden. Etwa 1500 Kinder, die an der Tropenerkrankung „Kala Azar“ litten, konnten im Jahr 2003 geheilt werden.

Therapien für irakische Kinder in Österreich

Einige Kinder, für die es im Irak derzeit keine Möglichkeit zur Therapie gab, konnten nach Österreich zur Behandlung gebracht werden.

Trainingsaufenthalte für irakische Ärzte

Irakischen Fachärzten konnten ihr Wissensdefizit, das durch die Isolierung vom medizinischen Fortschritt aufgrund der Sanktionen entstanden war, in zwei- bis dreimonatigen Trainingsaufenthalten in österreichischen Spitälern ausgleichen.

BILDUNG, DIE BEFLÜGELT

Kambodschas Kinder haben einen schlechten Zugang zur Bildung

Kambodscha ist ein Land, das von drei Jahrzehnten Krieg und Unfrieden verwüstet worden ist. Generationen wuchsen auf, die nichts als ein Leben mit Krieg, Hungersnot, Tod, Krankheit und Verworfenheit kannten. Formale Ausbildung war fast zu einem totalen Stillstand gekommen; Millionen waren des Lesens und Schreibens unkundig und ungebildet. 1998 schätzten einige Statistiken die Alphabetisierungsrate in Kambodscha auf 35%; sie hatte sich auf ungefähr 70% im Jahre 2003 erhöht. Obwohl die Regierung versucht hat ein nationales Bildungswesen einzurichten, gibt es noch eine gewaltige Anzahl Kinder in Kambodscha ohne Zugang zu Grundausbildung.

Es war vor dem Hintergrund einer unsicheren aber auch hoffnungsvollen Zukunft, dass eine Gruppe von sieben Kambodschanern, entschlossen zur Entwicklung ihrer eigenen Gemeinde beizutragen, zusammenkam, um die kambodschanische Organisation für Forschung, Entwicklung und Ausbildung (CORDE) zu bilden, die im Jahr 1994 eingerichtet wurde als „eine private, gemeinnützige und unpolitische ehrenamtliche Entwicklungsorganisation, die an dem Prozess gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandels und der Verbesserung der Qualität von menschlichem Leben und des Wohlergehens von Individuen, Familien und Gemeinden beteiligt ist, Prinzipien der menschlichen Ehre und Würde aufrechterhält durch die Bereitstellung von durchführbaren und nachhaltigen Projekten, die ihre Kapazitäten und Fähigkeiten verbessern werden, die dadurch den Grad der Teilnahme erhöhen, der eine Ermächtigung zur Folge hat, die eine langfristig anhaltende Wirkung hat“.

Es war zu diesem Zweck, dass CORDE seine ersten Aktivitäten begann, Kindern und Jugendlichen nonformale Ausbildung anzubieten. Die Ineffizienz des formalen Bildungswesens in Kambodscha ließ viele Wünsche offen. Die meisten Kinder besuchten keine Schule. CORDE initiierte nonformale Ausbildungsklassen, die Sprachunterricht und andere akademische Themen umfassten. Für einen großen Prozentsatz der Studenten, die aus armen Familien stammten, waren die Klassen, die von CORDE durchgeführt wurden, ihre einzige Ausbildungsmöglichkeit.

Die meisten von CORDE ’s ersten Initiativen konzentrierten sich auf die Provinz von Battambang, im Nordwesten Kambodschas. Begeisterte Ehrenamtliche versammelten Kinder aus ihren Dörfern, um tägliche Tutorenkurse zu halten, die alle mindestens zwei Stunden dauerten, mit wenigstens 20 Studenten. Mehr Klassen wurden begonnen, als mehr Lehrer hervortraten, um zu helfen. Unterricht wurde in allen zur Verfügung stehenden Plätzen gehalten, seien es die Wohnungen der Lehrer, auf dem Marktplatz oder unter den Bäumen. Als die Anzahl der Klassen zunahm, und die Anzahl der Studenten sich vervielfachte, fing CORDE ein systematisches Ausbildungsprogramm für seine Lehrer an, um sicherzustellen, dass die Qualität und der Inhalt des Unterrichts sich ständig verbessern würden, und um eine Beobachtung zu ermöglichen. CORDE bietet auch pädagogische Programme für Junioren und Erwachsene an.

Fundaec

BILDUNG SCHAFFT EINEN NEUEN LEBENSRAUM

Ausbildungsprogramm hilft der Landbevölkerung Kolumbiens mit zielorientierten Unterrichtseinheiten

Kolumbien ist von hoher Kriminalität sowie Armut, Landflucht und Bildungsmangel gekennzeichnet. Bei der Entwicklung geeigneter Ausbildungsprogrammestieß man auf große Schwierigkeiten. 1974 erprobten Professoren und Studenten der Universität del Valle in Cali an einer Gruppe von 20 Jugendlichen eine andere Art der Wissensvermittlung. Die NGO Fundaec, Foundación para la Aplicación y Ensenanza de las Ciencias (Stiftung für die Anwendung und Lehre der Wissenschaften) wurde gegründet. Ziel war es, mit der Landbevölkerung eine für die örtlichen Gegebenheiten konzipierte Wissensvermittlung zu entwickeln, die den Menschen Fähigkeiten vermittelt, die es ihnen ermöglichen, in ihrer dörflichen oder städtischen Umgebung als „Promoter of Community Wellbeing“ eine Änderung zu bewirken.

Maßgeschneidertes Bildungsprogramm

Fundaec führt das Wissen der Einheimischen mit den Potenzialen moderner Wissenschaft und Bildung zusammen. Auf dieser Grundlage betreibt sie Forschung, bildet aus und fördert Projekte. Zu ihren Forschungs- und Handlungsfeldern zählen Landwirtschaft, Erziehung, Technik, Unternehmensgründung und Gemeindeentwicklung.

Vorzeige-Projekt

Fundaec wurde von Prof. Ernst Ulrich von Weizsäcker als eines der „besten pädagogischen Projekte“ gelobt und ist ein weltweites EXPO 2000 Projekt. Es basiert auf einem positiven Menschenbild. Grundvoraussetzung ist die Überzeugung, dass der Mensch selbst der Schlüssel für den Weg aus seiner Ausweglosigkeit ist. Die staatlich anerkannte Schulbildung umfasst drei Etappen. Der Abschluss der dritten Stufe ist dabei gleichrangig mit dem Abitur.

Lehren und Lernen ohne Hierarchien

Ein Netzwerk von rund 40.000 Studenten nimmt an
einem dezentralen Ausbildungssystem teil, das sie zum Aufbau von lokalen Projekten und Strukturen zur Verbesserung des Gemeindelebens befähigt. Besteht in einer Ortschaft der Bedarf nach einer Schulgruppe, so wird zunächst eine Person mit Abitur gewählt, welche bereit ist, eine Gruppe von 10 bis 25 Tutoren auszubilden. Diese Tutoren erhalten eine Schulung, unterrichten später und bilden dabei eine Lernatmosphäre ohne Hierarchien. Das Unterrichtsmaterial ist Fächer übergreifend. Die Schüler können während der Ausbildung in ihrer Heimatgemeinde bleiben und ihr Wissen bei der täglichen Arbeit verwerten. Um die Erfahrung der Dorfgemeinschaft in das Projekt zu integrieren, wurden Gruppenberatungen eingeführt.

Fundaec hat Zukunft

Auch Fundaec hat sich in über 30 Jahren entwickelt. Heute gibt es drei Zweige. Neben dem Schulprogramm entstand 1990 eine Universität mit einem sechsjährigen Studium. Als dritten Zweig hat Fundaec Agrarproduktionsstätten ins Leben gerufen. In speziellen Kursen lernt die Bevölkerung, einheimische Produkte weiterzuverarbeiten und auf dem Markt zu verkaufen.

BILDUNG DURCH DORFSCHULEN IN KONGO FÖRDERN

Ein Pilotprojekt mit neuen innovativen Ansätzen

Die Erfan-Connaissance Stiftung wurde im Mai 2008 gegründet.
Der Hauptsitz der Stiftung ist in Bukavu, in der Demokratische Republik von Kongo, auf dem Gelände der Schule „Ecole Internationale Enfants du Monde“.
Das Ziel der Stiftung ist es Ausbildung mittels Dorfschulen zu fördern, die dem Wohlergehen und dem Fortschritt der Gemeinden dienen.

Schulungen und die Entwicklung von Lehrbüchern

Die spezifischen Ziele der Stiftung sind unter anderen:

Menschen als Förderer/Organisatoren, Verwalter und Lehrer von Schulen, die ihren Gemeinden dienen, zu schulen.
Inhalte der Schulungen und der Lehrbücher zu entwickeln und den empfundenen Bedürfnissen anzupassen.

Die Erfan-Connaissance Stiftung hat ihr zweites Arbeitsjahr beendet. Während dieses zweiten Jahres konzentrierte sich Erfan auf die Verbesserung der Qualität der Lehrer-Schulungen, pädagogische Folgeschulungen der Lehrer und Schulen und der Förderung von Gemeinschaftsschulen.
Des Weiteren versuchte die Stiftung zu erforschen, wie die Gemeinschaftsschulen zu der Entwicklung der Region beitragen können.

Zukunftsaussichten

Zukunftsaussichten sind unter anderem:

  • Lehrer der Vorschule und der ersten und zweiten Klasse der Grundschule zu schulen.
  • Mindestens fünf neue Schulen im Jahr 2010 zu eröffnen.
  • 600 Kindern das Programm zu ermöglichen

BILDUNG FÜR DEN FORTSCHRITT UND DAS WOHLERGEHEN DER GEMEINDE

Ein Programm unterstützt die Entwicklung in Papua Neuguinea und auf den Solomon-Inseln

Die Rays of Light Stiftung wurde eingerichtet, um sich mit den Bildungsbedürfnissen junger Menschen in den dünn besiedelten, abgeschiedenen Regionen von Papua-Neuguinea und den Solomon Inseln zu befassen. Der Mangel an Schulplätzen für alle, die die Sekundarschule besuchen wollen, bedingt, dass viele Schüler des achten Jahrgangs keine Wahlmöglichkeit haben, ihre Ausbildung fortzusetzen. Das Fehlen von Oberschulen, unzureichende Geldmittel und schlechte schulische Leistungen können Schüler in ländlichen Gebieten daran hindern, ihre Ausbildung fortzusetzen. Diese Umstände schränken die Zukunft junger Menschen in ländlichen Gebieten ein und führen zu einem vorzeitigen Ende ihrer Ausbildung in einer so entscheidenden Phase in ihrer intellektuellen und geistigen Entwicklung.

Das Preparation for Social Action Program (PSA)wird in drei Studien-Ebenen eingeteilt. Diejenigen die das erste Stadium durchlaufen haben, erarbeiten sich die Bezeichnung „Förderer des Wohlergehens der Gemeinde“. Diese Qualifikation entspricht den ersten beiden Jahren der Sekundarschule, die in einigen Systemen sogar die letzte Phase der
Grundausbildung darstellt. Das Programm ist sowohl für diejenigen gedacht, die keinen Zugang zu irgendeiner anderen Form sekundärer Ausbildung haben, sowie für jene, die bereits eine höhere Ausbildung in einem anderen Kontext durchlaufen. Der hauptsächliche Beweggrund für die Einschreibung in das Programm sollte der Wunsch sein, eine wirkende Kraft in Bezug auf Veränderung zu werden. Es wird erwartet, dass nach Beendigung dieses Einstiegsstudienkurses die Teilnehmer ein starkes Vorsatzempfinden entwickelt haben werden, die Verantwortung für ihr eigenes intellektuelles und geistiges Wachstum zu übernehmen und zur positiven Veränderung der Gesellschaft beizutragen. Der Lehrplan des Preparation for Social Action Programm ist akademisch anspruchsvoll und vielen Beurteilungen zufolge mit den besten Programmen der Welt zu vergleichen. Was das PSA von den
meisten anderen Ausbildungsprogrammen unterscheidet, ist die Betonung sowohl auf intellektuelle, als auch moralische Ermächtigung. Durch einen Forschungs-Handlungs Lern-Ansatz wenden die Teilnehmer ihr neu erworbenes Wissen in den Bereichen des Dienstes an, die sich auf die Bedürfnisse ihrer Gemeinde beziehen und sind aktiv beteiligt an der individuellen und kollektiven Wandlung, arbeiten für den materiellen und geistigen Fortschritt der Gemeinde und werden zu wahren Protagonisten ihrer eigenen Entwicklung.

Dienst an der Gemeinde

ist ein zentrales Merkmal des PSA-Lehrplanes.Der Abschnitt des PSA-Programms „Förderer des Wohlergehens der Gemeinde“ enthält 26 Lerneinheiten. Anstatt Wissen in die traditionellen Themenbereiche einzuteilen, konzentriert sich das Programm auf die Vermittlung von unterschiedlichen Fertigkeiten, die relevante Elemente vom Gesamtwissen integrieren, um Ausbildungsmaterial bereitzustellen, das die Schüler darauf vorbereitet, für die Umgestaltung der heutigen Gesellschaft zu arbeiten. Aus praktischen Gründen werden die 26 Einheiten allgemein in fünf Bereiche – einschließlich Mathematik, Sprache, Wissenschaft, Technologie und Dienst an der Gemeinde – aufgeteilt; aber jede Einheit berücksichtigt Kenntnisse aus anderen Fächern, bindet relevante Konzepte, Informationen und Fertigkeiten ein, um Fähigkeiten in den Schülern heranzuziehen, die sie auf einem

Pfad des Dienstes

an der Gemeinde befähigen.Als Tutorenkurs wird das PSA-Programm in kleinen Gruppen in einem örtlichen Rahmen mit der Hilfe eines Tutors durchgeführt. Der Tutor ist ein ausgebildeter Lehrer, der mehr als die Schüler weiß. Dennoch ist der Lehrer auch ein Lernender. Tutoren führen durch die Lehrbücher, werfen Fragen auf und helfen dabei, Antworten zu finden, erklären Sachverhalte, ermutigen die Reflexion von praktischer Erfahrung und beaufsichtigen Experimente und soziales Handeln. Sie halten keine Vorträge oder schreiben etwas vor, sind jedoch auch nicht bloße Moderatoren von Gruppendiskussionen. Teilnehmer ziehen einen Nutzen daraus, „wahre Protagonisten“ ihrer eigenen Entwicklung zu sein und lernen aus ihrer eigenen Reflexion und dem Gespräch mit anderen. In den nächsten Jahren wird die Rays of Light Stiftung hunderte Schüler dabei unterstützen, das PSA-Programm zu durchlaufen und so mit Ausbildung Zukunft zu stiften. Das PSA Programm wurde von FUNDAEC, einer kolumbianischen Entwicklungsorganisation, entwickelt.
FUNDAEC blickt auf eine über 30-jährige Erfahrungin der der Ausbildung von jungen Menschen in dörflichen Umgebungen. Mehr als 30000 Jugendlichen wurde so ermöglicht, ihren Schulabschluss nachzuholen. Das von FUNDAEC entwickelte PSA-Programm wird nicht nur in Papua- Neuguinea und den Solomon-Inseln, sondern auch in Zambia, Kenya, Uganda und Cameroon bereits erfolgreich eingesetzt. Es wird dabei an die jeweiligen kulturellen und sozialen Gegebenheiten mit viel Fingerspitzengefühl angepasst.

sambia

IN SAMBIA KOMMT DIE SCHULE ZU DEN SCHÜLERN

Ein Projekt entsendet Tutoren in die Dörfer – Orientierung an erfolgreichen Einrichtungen in anderen Erdteilen

Die ländliche Bevölkerung Sambias zählt zu den Ärmsten Afrikas. Sambia ist insbesondere von einer hohen Sterblichkeitsrate durch den HI-Virus betroffen. Dies erklärt auch, warum 45 Prozent der Bevölkerung in Sambia unter 15 Jahre alt ist sowie rund eine Million AIDS-Waisenkinder gezählt werden.

AIDS als größtes Problem

Das Ausmaß der Epidemie hat auch auf das Bildungswesen katastrophale Auswirkungen. Immer mehr Kinder müssen die Schulen abbrechen, um ihre erkrankten Eltern zu pflegen und sich um Geschwister und Lebensunterhalt zu kümmern. Jedes Jahr sterben zwei Drittel der ausgebildeten
Lehrkräfte an AIDS. Durchschnittlich 4,9 absolvierte Schuljahren in den ländlichen Gebieten Sambias stehen 8,2 Jahren in den Städten gegenüber. Die niedrige Einschulungsquote in Sambia wir auf den Mangel an Grund- und Sekundarschulen sowie auf den schlechten Ausbildungsstandard in den Grundschulen zurückgeführt.

Schulweg als Martyrium

Der Durchschnittsschüler geht jeden Morgen sieben Kilometer zu Fuß zur Schule, hat nichts gegessen, ist müde, unterernährt, leidet unter Darmparasiten,
ist bei der Ankunft verschwitzt und kann sich nicht konzentrieren. Er oder sie sitzt mit 50 anderen Kindern zusammen, deren Zustand ähnlich armselig ist. Die Aufnahmefähigkeit der Kinder ist dementsprechend minimal. Der Lehrer ist unzureichend ausgebildet, wenig motiviert und unterbezahlt. Er spricht die Unterrichtssprache Englisch nur schlecht. Akustik und Belüftung sind dürftig, das Klassenzimmer dunkel, es gibt keine Kreide, die Wandtafel spiegelt. Die Schule ist eine fremde Welt, die den Schülern auf unzureichende Art Kenntnisse vermittelt. Der Lehrstoff ist weder für sie noch für ihre soziale Umwelt oder die Gesellschaft, die sie als Erwachsene auf dem Arbeitsmarkt erwartet, von Nutzen.

Entwicklungsschule als Ziel

Inshindo will einen Beitrag dazu leisten, diesenTeufelskreis des Schulabbruchs und der niedrigen Einschulungsquote im Sekundarbereich zu durchbrechen. Das Projekt wurde ins Leben gerufen, um Kinder und Jugendliche in ihren Dorfgemeinschaften mit Hilfe von Tutoren vor Ort zu unterrichten. Ziel ist es, eine Entwicklungsschule aufzubauen, die sich am Erfolgsmodell der Fundaec Entwicklungsschule orientiert.

Bildung an Bedürfnissen orientieren

Die Maxime des Projektes ist die Berücksichtigung der örtlichen Bildungsbedürfnisse. Die ersten der 18 geplanten Arbeitsbücher zu den verschiedensten Themenbereichen wurden bereits veröffentlicht. Wichtiger Bestandteil des Lehrplans ist das „soziale Lernen“. Die Erfahrung zeigt, dass sich Fähigkeiten aus folgenden Elementen zusammensetzen: Wissen, Fertigkeiten, entsprechende Einstellungen,
Verstehen von Konzepten und die Anwendung universeller Prinzipien auf Alltagsprobleme. Nach
erfolgreichem Abschluss der Lehrplanentwicklung soll das Ausbildungsprogramm auch in andere Regionen Afrikas übertragen werden.

PROJEKTE DES JANE GOODALL INSTITUTES REGEN WELTWEIT ZUR TEILNAHME UND UNTERSTÜTZUNG AN

Umwelt- und Gemeinschaftsprojekte für Jugendliche

Im Jahr 2005 unterstütze Two Wings ein Projekt der Two Wings Awardträgerin Jane Goodall in Tansania. Das Jane Goodall Institut entwickelte im Jahr 1994 ein Pilotprojekt für die Region rund um den 52 km² großen Gombe Nationalpark in Tansania (liegt 15 km nördlich der Stadt Kigoma im Westen Tanzanias), das „Lake Tanganyika Catchment Reforestation and Education Project“ – abgekürzt TACARE. Während im primären Regenwald des Nationalparks Schimpansen und andere Wildtiere beheimatet sind, ist die Umwelt außerhalb durch Waldrodung für Feuer- und Bauholz, daraus resultierende Bodenerosion, bedroht. Umweltzerstörung und Verlust von Lebensraum für Tiere und längerfristig auch für die Menschen sind die Folgen.

Im Rahmen von TACARE werden die BewohnerInnen der umliegenden Dörfer unterstützt. Es werden verschiedene Möglichkeiten mit Rücksicht auf Kultur, Religion und Tradition geschaffen, um den Lebensstandard der Menschen auf eine auf die Umwelt bezogene nachhaltige Weise zu verbessern. Mittlerweile wurde dieses erfolgreiche Projekt ausgeweitet. Heute werden im Rahmen von TACARE mehr als 170.000 Menschen in 25 Dörfern von MitarbeiterInnen des JGI aus Tansania unterstützt bzw. trainiert.

Roots & Shoots

Roots & Shoots, eine weltumspannende Initiative für Jugendliche, Umwelt und für die Menschen ist ebenfalls Teil des TACARE-Projektes. In 45 Grundschulen und Kinderzentren in 20 Dörfern übernehmen Kinder eine aktive Rolle dabei, Projekte für Tiere, die Umwelt und ihre Gemeinden zu entwickeln und durchzuführen.

In der Region Kigoma richten sich die Roots &Shoots-Aktionen speziell auf Tiere, die Umwelt und Gemeinschaft. Projekte umfassten bereits das Pflanzen von Bäumen und Sträuchern, Exkursionen nach Gombe und Workshops zum Thema HIV/AIDS-Prävention und Kontrolle sowie die Rechte von Kindern. Dazu wurde auch Lehrern in der Region eine entsprechende Fortbildung angeboten.

EIN FUNDAMENT FüR DIE ZUKUNFT GELEGT

Bevölkerung von Tschad profitiert noch heute von den Impulsen eines abgeschlossenen Projektes

Auf Rang 11 der am wenigsten entwickelten Nationen der Welt steht laut einem Report der Vereinten Nationen die Republik Tschad. Die Bevölkerung muss im Durchschnitt mit weniger als drei US Dollar pro Tag auskommen, 73 % der Bevölkerung haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Erwachsenenalphabetisierungsrate beträgt bei Männern 53 und bei Frauen lediglich 36 %. Ein Projekt gibt Hoffnung.

Ausbildung für ein besseres Leben

APRODEPIT, Gesellschaft zur Förderung und Entwicklung von Fischzucht, war eine anerkannte Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Sarh, einer Stadt am Chari Fluss im Süden des Landes. Vorrangiges Ziel war die Ausbildung zur Verbesserung der allgemeinen Lebensverhältnisse.

Ökologie als Basis

Nachdem sich in der Region der Fischbestand drastisch reduziert hatte und es nahezu keine Fische mehr im Chari River gab, war einem wesentlichen Teil der Bevölkerung eine wichtige Lebensgrundlage verloren gegangen. Grund für diese Katastrophe war, dass die Fischer nicht um die ökologischen Voraussetzungen für den Erhalt des Bestandes wussten. Unzulässige Fischfangpraktiken, bei denen engmaschige Netze und sogar Dynamit eingesetzt wurden, bedeuteten das Ende des Fischbestandes. Der Wasserspiegel sank, die Fische starben beinahe aus. Es musste etwas getan werden, um das Leben im Fluss zu retten.

Natur und Bevölkerung profitieren

Kosse Malle (†), Gründer der Organisation, begann 1980 in Bongor mit einer Fischzucht. Er wollte sein Wissen, das er in einer Fischzuchtausbildung erworben hatte, in einem Projekt verwerten. Mit einem Mitarbeiter hob er zwei Teiche aus. Hier wurden an die 3000 Tilapia gezüchtet. Dieser Fisch wächst sehr schnell und vermehrt sich rasant. Der Erfolg gab ihm recht. Gemeinsam mit elf anderen Familien wurde die APRODEPIT gegründet. Über die Fischzucht hinaus spezialisierte man sich auch auf die Fisch-Konservierung durch Trocknen und Räuchern.

Großes Potenzial

Die Organisation startete ein Lernprogramm für die Ausbildung von Fischzuchtunternehmern. So wurde die Fischpopulation in der Region gerettet. Vor Ort wurden neue Technologien eingesetzt und Schutzzonen bestimmt. Die Menschen nahmen an den Projekten teil und eigneten sich Fachwissen über Fischzucht und Vermarktung an. In der Zwischenzeit arbeiten bereits 143 Gruppen in der Region von Sarh, 98 Männer- und 45 Frauengruppen.

Nachhaltigkeit in vielen Bereichen

Die Organisation hat auch wichtige Grundsteine in weiteren Bereichen gelegt: Waldrodungen, Schutz der Wildtiere, Verbesserung der Schulausbildung und Ende der Benachteiligung der Frauen rückten zunehmend in den Mittelpunkt des Interesses. Eine Schule und eigene Alphabetisierungsklassen wurden ins Leben gerufen. Jetzt ist es an der Bevölkerung von Tschad, den Spuren von APRODEPIT weiter in eine glücklichere Zukunft zu folgen.

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